Mit vielen bekannten, aber auch einigen neuen Gesichtern fanden am 18./19. Juli die diesjährigen Stadtpark Open statt. Bereits weit vor Meldeschluss waren beide 16er-Herrenfelder voll und die Liste der Nachrücker lang. Da sich jedoch in den letzten Tagen die Absagen häuften, rutschten viele noch ins Feld, die bereits nach Wildcards gefragt hatten und nicht mehr damit rechneten, mitspielen zu können. Durch eine ganz kurzfristige Abmeldung nach der Auslosung und einer Verletzung des ersten Nachrückers konnte im A-Feld mit Jari Wiedbusch (Chemnitzer TC Küchwald) noch ein Spieler zugelassen werden, der aufgrund seiner Leistungsklasse gesetzt gewesen wäre und sich durch seine zuletzt erzielten Ergebnisse zum neuen Turnierfavoriten mauserte. Dies führte zum einen dazu, dass fleißig im Regelwerk geblättert und sämtliche Expertise genutzt wurde, zum anderen gab es nun einen klaren Favoriten, auf dem der Druck lag.
Bei perfekten Tennisbedingungen setzten sich am Samstag die drei Gesetzten Julien Pfeffer (SG Leipziger Verkehrsbetriebe), Florian Gläser (TC Wacker Gohlis/Chemnitzer TC Küchwald) und Frank Anselmi (TC Sachsenring Zwickau) in ihren Vierteln mit Zweisatzsiegen durch, während Alexander Kopp (1. TC Zwickau) das Schicksal ereilte, dass Jari Wiedbusch in sein Viertel rückte und ihn glatt aus dem Turnier warf. Lobend ist zu erwähnen, dass die Situation, die durch eine rechtzeitige Abmeldung vor der Auslosung vermieden hätte werden können, absolut sportlich genommen wurde und zur allgemeinen tollen und familiären Stimmung während des Turniers passte.
Auch das B-Feld, in dem die Spielfreude nur ein wenig dadurch getrübt wurde, dass zwei Teilnehmer, die kurzfristig vor Meldeschluss ins Feld gerutscht waren, ihre E-Mails nicht gelesen hatten und leider nicht im Chemnitzer Stadtpark erschienen, hielt am Samstag keine Überraschungen bereit. So erreichten mit Tom Söhnel (TV Siegmar), André Prezewowsky (Olbernhauer TC), Volodymyr Kormylo (Chemnitzer TC Küchwald) und Marek Zimmermann (Freiberger HTC) die vier gesetzten Spieler ohne Satzverlust das Halbfinale.

Der finale Sonntag startete wie befürchtet mit einem Blick auf eine Tennisanlage, bei dem eher an Wasserball denn an Tennis gedacht wurde. Aufgrund der guten Wetterprognose für den Rest des Tages und der guten Drainage blieb die Stimmung unter den Teilnehmern hervorragend und dank gemeinsamem Engagement konnten die Halbfinals mit etwa einstündiger Verspätung beginnen, wobei es sich auf die veränderten Bedingungen und die zu erwartenden schweren Bällen einzustellen galt. Dies gelang im A-Feld Florian Gläser, der sich gegen den topgesetzten Julien Pfeffer mit 6:1, 6:4 durchsetzte, während im zweiten Halbfinale Frank Anselmi dem Turnierfavoriten Jari Wiedbusch maximale Gegenwehr leistete, sich dem „Jungspund“ jedoch mit 4:6, 3:6 geschlagen geben musste. Jari ließ sich auch von seinem Mannschaftskameraden Florian Gläser in einem super anzuschauenden und würdigen Finale nicht vom Titelziel abbringen und durfte sich nach einem 6:1, 6:4 über die Siegestrophäe und den italienischen Korb freuen, während Florian sich sichtlich über die spanisch-mexikanische Variante freute. Das Spiel um Platz 3 lieferte den einzigen Match-Tiebreak in der Hauptrunde des A-Feldes. Dabei setzte sich Frank Anselmi seine Routine ausspielend, mit 7:6, 1:6, 10:6 gegen Julien Pfeffer durch und erhielt als Belohnung das „Ossinetz“ mit regionalen Spezialitäten, während Julien genau wie die beiden Erstplatzierten der Nebenrunde natürlich auch nicht leer ausging. Die Nebenrunde, an der alle Spieler teilnahmen, die ihre erste Partie verloren hatten, gewann Tim Kreller (Freiberger HTC) im Finale mit 6:4, 6:1 gegen Meik Müller (TC Schmölln).

Im B-Feld setzte sich mit Tom Söhnel der favorisierte Spieler ohne Satzverlust durch, erhielt die verdiente Siegertrophäe und zeigte, dass er bereit ist, im nächsten Jahr im A-Feld anzutreten. Leicht gezeichnet vom engen, langen und intensiven Halbfinale konnte Marek Zimmermann im Finale nicht wie gewünscht agieren, freute sich jedoch über Platz 2 und den entsprechenden Präsentkorb. Platz 3 und den damit verbundenen „Ossibeutel“ hatte sich André Prezewowsky nach vielen Stunden Spielzeit und insgesamt vier gewonnen Satztiebreaks sowie jeweils einem gewonnen und verlorenen Match-Tiebreak ohne Frage redlich verdient. Knapp unterlegen ging Platz 4 an Volodymyr Kormylo. In der Nebenrunde zeigte Lenny André Weigert (TV Krauschwitz), der jüngste Teilnehmer unter den Herren, sein Können, warf einen nach dem anderen aus dem Turnier und setze sich im Finale mit 6:1, 6:4 gegen André Patze (1. TC Zwickau), der sich bei seinem ersten LK-Turnier selbst überraschte, durch.
Christian Zschippang als STV-Beauftragter für LK-Turniere freute sich nicht nur über den Nebenrundenerfolg seines Schützlings, sondern über die Resonanz und Stimmung während des gesamten Wochenendes und bestätigte mich darin, dass vor allem solche B-Felder für unseren Breitensport sehr wichtig sind und noch viel häufiger angeboten werden sollten.

Auch wenn die Damenkonkurrenz des Turniers wie zuletzt „nur“ am Sonntag als Tagesturnier im Spiralsystem ausgetragen wurde und die Resonanz mit sechs Damen leider sehr überschaubar war, mussten sich die Teilnehmerinnen nicht hinter den Männern verstecken. Vier der sechs Damen konnten jeweils einen Sieg erzielen, heraus stach jedoch Helene Ludwig (TC Blau-Weiß Dresden-Blasewitz). Erst in diesem Jahr 13 Jahre alt werdend, zeigte sie ihre Freude am Tennis sowie die bereits vorhandenen spielerischen Fähigkeiten, überließ ihren beiden Gegnerinnen kein einziges Spiel und durfte sogar ein Autogramm verteilen.
Verteilt wurden zum Abschluss nicht nur Präsente, sondern auch Lob an alle Teilnehmer, die für eine durchweg tolle Stimmung und Atmosphäre sorgten und dem Turnierleiter sowie Oberschiedsrichter das Wochenende einfach und stressfrei gestalteten. Wir freuen uns bereits auf die Jubiläumsausgabe im nächsten Jahr.
Alle Ergebnisse der TG Stadtpark Open 2026 finden sich hier.
Da wie im letzten Jahr während der Siegerehrung wieder nach einem weiteren Turnier in dieser Sommersaison gefragt wurde, findet am 12./13. September zum ersten Mal ein LK-Turnier im Doppel statt, bei dem in A-Feld und B-Feld bis zu 40 Doppel teilnehmen können und somit auch jeder spielen können sollte, der möchte. Die Anmeldung ist bereits frei geschaltet. Wer mitspielen möchte, jedoch noch einen Doppelpartner sucht, kann sich gern per E-Mail beim Turnierleiter melden.
Stefan Thämmig
Fotos: Stefan Thämmig