Bundesliga Herren 30 Süd: Leider kein Happy End im Ostragehege

Mit den Herren 30 des SV Dresden Mitte 1950 steigt auch der zweite Dresdner Bundesligist aus der höchsten deutschen Spielklasse ab. Zwei Saisonsiege aus sieben Begegnungen und Platz sieben in der Endabrechnung reichten den Dresdnern nach drei Jahren der Ligazugehörigkeit nicht, um den Klassenerhalt zu sichern.

Die Ausgangslage vor dem letzten Saisonspiel der Mitte-Männer war klar. Nach bisher einem Saisonsieg war ein Erfolg im heimischen Ostragehege gegen den TSC Mainz, direkter Konkurrent im Kampf um den Klassenerhalt, Pflicht. Aufgrund der schlechteren Differenz der Matchpunkte dürfte zugleich TF Dachau gegen STK Garching nicht gewinnen. Nur dann wären der Klassenerhalt und eine weitere Spielzeit in der Bundesliga Herren 30 gesichert.

Mit der Verstärkung des neuen Dresdner Spitzenspielers und früheren Weltranglisten-56. Marius Copil und vielen Zuschauern lieferten die SVDDM-Herren einen klaren 8:1-Sieg gegen Mainz. Dieser stand durch die Erfolge von Marius Copil, David Sodek, Kamil Kaleta, Andreas Petermann und Tom Schinnerling bereits nach den Einzeln fest. Der bange Blick der Dresdner richtete sich nun unentwegt nach Dachau, wo sich von Beginn an ein enges Derby abzeichnete. Nachdem vier Begegnungen erst im Match-Tiebreak entschieden wurden, stand es nach den Einzeln 3:3. Bitter für Garching und im Fernduell um den Klassenerhalt auch für die Dresdner jedoch, dass der nominell beste Garchinger Doppelspieler in der Schlussphase seines Einzels aufgeben musste und in der Folge nicht mehr Doppel spielen konnte. Somit wurden nur noch zwei Doppel gespielt, die Vorentscheidung zu Gunsten der Tennisfreunde Dachau. Diese gewannen eines der gespielten Doppel zum 5:4-Erfolg und sicherten sich damit den Klassenerhalt – gleichbedeutend mit dem Abstieg für den SV Dresden Mitte. 

Das Quäntchen Glück war im Sommer 2026 einfach kein Dresdner Tennisfan, nicht nur an diesem letzten Spieltag. Schon am ersten Spieltag holte das Team ein kräftezehrender Virus ein, der bis zum zweiten Saisonspiel bei nahezu allen Akteuren Halt gemacht hatte. In der Folge kam Verletzungspech hinzu. Und vielleicht verschätzte man sich auch bei der ein oder anderen Aufstellung. Rückblickend erwies sich die knappe 4:5-Niederlage am vorletzten Spieltag beim am Ende zweitplatzierten Karlsruher ETV als entscheidend. Doch all dies gehört zum Sport und so ziehen die SVDDM-Herren dennoch ein positives Fazit nach drei Bundesligajahren.

„Na klar sind wir sehr enttäuscht und der Abstieg ist bitter. Aber er geht sportlich in Ordnung. Wir wussten vor Saisonbeginn, dass es in diesem Jahr besonders schwer werden würde, denn fast alle Teams hatten sich gegenüber den Vorjahren nominell noch einmal kräftig verstärkt.“, unterstreicht Kapitän Marc-Robert Szelig. „Insofern überrascht uns der Abstieg nicht. Wir erkennen die Stärke unserer Konkurrenten natürlich an.“ Und, so sagt er weiter „Sind wir mal ehrlich. Als wir im Herbst 2023 als Nachrücker den Startplatz in der Bundesliga Herren 30 Süd angeboten bekamen und nur einen Tag später annahmen, dachten wir, wir hätten im Sommer 2024 sportlich keine Chance, mit den größten deutschen Vereinen mitzuspielen oder gar die Klasse zu halten. Genau das gelang uns aber drei Spielzeiten lang. Bis zum allerletzten Spieltag war der Klassenerhalt auch 2026 für uns möglich. Niemals hätten wir dies vor drei Jahren geglaubt.“

Und deshalb überwiegt bei den Mitte-Männern unter dem Strich die Dankbarkeit für drei Jahre Bundesliga-Tennis auf höchstem Senioren-Niveau. Für das seit Jahren eingeschworene Team und viele seiner Spieler die beste Erfahrung ihres bisherigen Tennislebens mit vielen unvergesslichen Momenten und Begegnungen auf und abseits der Tenniscourts, an die sich alle Spieler, Angehörige und Unterstützer des Teams immer mit einem Lächeln erinnern werden.

Die Abschlusstabelle und alle Ergebnisse der Bundesliga Herren 30 Süd findet sich hier. 

Antonia Preißler-Szelig
Fotos: Antonia Preißler-Szelig