Fünf Mädchen, fünf Jungen, jede Menge Teamgeist und ein Spruch, der schnell zum Motto der gesamten Reise wurde: „Tennis stark, Athletik fein – STV muss es sein!“ Mit diesem Teamspirit machte sich die Auswahl des Sächsischen Tennis Verbandes am Mittwoch, den 5. August auf den Weg zum DTB Talent Cup 2026 nach Essen.
Betreut von Susann Kirsch und Landestrainer U 11 Sascha Ruppert, stellte sich das zehnköpfige STV-Team einer sportlichen Herausforderung, bei der längst nicht nur Tennis gefragt war. Neben Matches (Einzel, Doppel und Mixed) auf dem Platz standen Athletiktests, Staffeln und verschiedene Teamspiele auf dem Programm.

Fünf Stunden Vorfreude im STV-Bus
Am Mittwoch ging es von Leipzig aus nach Essen. Rund fünf Stunden Fahrt lagen vor dem Team, bevor endlich die Tennisschuhe geschnürt werden konnten. Nach dem Einchecken im Hotel folgte direkt die Anlagenbegehung inklusive einer einstündigen Einschlageinheit auf den Außenplätzen.
Beim gemeinsamen Abendessen in der Gaststätte wurde der erste Tag gemütlich beendet – schließlich sollte es am nächsten Tag richtig losgehen.
Mit Fahne und Einmarschsong in den Talent Cup
Der Donnerstag begann zunächst entspannt: Ausschlafen, dann noch einmal eine Trainingseinheit Tennis, wo Mixed trainiert wurde und anschließend wurde sich noch auf die anstehenden Testungen vorbereitet.
Am frühen Nachmittag wurde es dann offiziell: Die große Eröffnung des Talent Cups stand an. Das STV-Team präsentierte sich dabei bestens vorbereitet – mit eigener STV-Fahne und einem selbst ausgewählten Einmarschsong. Anschließend brachte der Athletik-Bundestrainer alle teilnehmenden Teams bei einer gemeinsamen Erwärmung in Bewegung.
In der Vorrunde wartete auf Sachsen die „Affen“-Gruppe mit Bayern 1, Westfalen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz. Der Auftakt verlief allerdings nicht wie erhofft. Nach dem ersten Tag standen lediglich drei Punkte auf dem STV-Konto, davon nur einer von acht möglichen Punkten im Tennis. Damit lag Sachsen zunächst am Tabellenende.
Tennis mit Luft nach oben – Athletik und Cornhole überzeugen
Auch am Freitag blieb der erhoffte Befreiungsschlag im Tennis zunächst aus. Nur drei von möglichen 16 Punkten konnten gesammelt werden. Viele der sächsischen Leistungsträger fanden im Tennis nicht zu ihrem gewohnten Leistungsniveau.
Doch Aufgeben war keine Option. Denn in den anderen Disziplinen zeigte das Team, was in ihm steckt. Vor allem die Athletik, die sich unter anderem aus Einzelübungen des DTB Talent Performance Tests zusammensetzte, sowie das Teamspiel Cornhole liefen teilweise richtig gut – auch wenn es hier und da etwas unglücklich zuging.
Am Ende der Vorrunde standen 18 Punkte und Platz fünf vor Hamburg zu Buche. Damit war klar: Für das STV-Team ging es in der Hauptrunde in der Giraffengruppe um die Plätze 13 bis 18. Dort warteten das Saarland, Hamburg, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.
30 von 36 Punkten – STV startet die Aufholjagd
Und plötzlich lief es! Zum Start der Hauptrunde am Samstag zeigte das Team eine beeindruckende Reaktion. Wieder standen vier Mädchen- und vier Jungen-Einzel, acht Staffeln sowie das Teamspiel Cornhole auf dem Programm.
Von den möglichen 36 Punkten sammelte Team STV starke 30 Punkte. Damit setzte sich Sachsen vor dem Finaltag mit einem Punkt Vorsprung vor Hamburg an die Spitze der Giraffengruppe. Die Ausgangslage war klar: Am Sonntag war Spannung garantiert.
Feueralarm um 4 Uhr – und dann zum Gruppensieg!
Der Finaltag begann allerdings früher als geplant. Um 4 Uhr morgens riss ein Feueralarm im Hotel die Kinder aus dem Schlaf. Nach dieser unfreiwilligen nächtlichen Trainingseinheit ging es am Morgen trotzdem sportlich weiter.
Den Auftakt machten die Mädchen- und Jungen-Doppel. Anschließend waren erneut Vielseitigkeit und Teamwork gefragt: Bei den Mädchen standen Fußball und Hockey auf dem Programm, bei den Jungen Fußball und abschließend Fußballtennis.
Und das STV-Team behielt die Nerven! Mit vier Punkten Vorsprung vor Hamburg gewann Sachsen die Giraffengruppe. Lediglich acht Punkte wurden in der Hauptrunde abgegeben. Damit sicherte sich Team STV den 13. Platz im Gesamtklassement.

Nach dem Mittagessen und der Siegerehrung hieß es Abschied nehmen. Müde, aber zufrieden machte sich die Mannschaft auf den Weg zurück nach Leipzig, wo die Kinder am Abend von ihren Eltern empfangen wurden.
Ein Team, das zusammenhält
Das Fazit fällt trotz des sportlich noch ausbaufähigen Tennisauftritts positiv aus: Der Teamgeist innerhalb der Mannschaft war richtig gut. Gerade die starke Aufholjagd in der Hauptrunde zeigte, dass die zehn Kinder als Mannschaft zusammenstanden und sich gegenseitig motivierten.
Sportlich wäre insgesamt zwar noch mehr möglich gewesen – insbesondere im Tennis hätten die Spielerinnen und Spieler in der Vorrunde ihr Leistungsniveau noch konstanter abrufen müssen. Doch genau solche Erfahrungen gehören zu einem Wettbewerb wie dem DTB Talent Cup dazu: gewinnen, lernen, zusammenwachsen und beim nächsten Mal wieder angreifen.
Gewonnen hat auch in diesem Jahr Titelverteidiger Niedersachsen-Bremen vor Württemberg und Bayern 1.
Susann Kirsch
Foto: ©DennisEwert/DTB