Endlich war es so weit: Vom 15. bis 19. September durften wir – Ella, Mariam, Stella, Freya, Larissa und Paula vom Sportgymnasium Dresden – gemeinsam mit unserer „Lehrerin“ Susann Kirsch zum Bundesherbstfinale „Jugend trainiert für Olympia“ nach Berlin fahren. Für uns war klar: Das wird eine besondere Woche!
Dienstag: Abfahrt mit kleinen Hindernissen
Los ging es am Dienstagmorgen erst einmal mit einem letzten Training beim SV Dresden Mitte 1950. Danach hieß es: Taschen schnappen und ab zum Hauptbahnhof! Gegen 11 Uhr saßen wir im Zug Richtung Berlin. Ganz pünktlich kamen wir allerdings nicht an – ungefähr eine Stunde Verspätung gehörte schon einmal zu unserem Berlin-Abenteuer dazu.
Am Berliner Hauptbahnhof wurden wir herzlich von der sächsischen Delegationsleitung empfangen. Nachdem wir unser Sechsbettzimmer im Hotel am Bahnhof Zoo bezogen hatten, ging es natürlich noch auf den Ku’damm. Ein bisschen durch die Geschäfte schlendern durfte schließlich nicht fehlen.
Mittwoch: Regen, Regen und endlich Tennis
Gemäß Auslosung wartete auf uns im Achtelfinale das Ökumenische Gymnasium Bremen. Gespielt wurden pro Partie zwei Einzel und zwei Doppel, wobei mindestens fünf Spielerinnen eingesetzt werden mussten. Eigentlich konnte es also losgehen – wäre da nicht der Berliner Dauerregen gewesen. Nach langer Wartezeit und dank des großen Einsatzes der Betreuer, die sich ordentlich um die Plätze kümmerten, konnten wir schließlich doch spielen. Und es hat sich gelohnt: Mit 3:1 holten wir unseren ersten Sieg!
Leider gab es aber auch einen bitteren Moment. Stella knickte um und konnte deshalb nicht mehr selbst spielen. Zum Glück blieb sie uns als lautstarke Unterstützung auf der Bank erhalten. Teamgeist war also ab sofort noch wichtiger!
Donnerstag: Ein Tag, zwei Partien und ganz viel Spannung
Durch den Regen vom Vortag mussten wir am Donnerstag gleich zwei Partien bestreiten. Gespielt wurde deshalb in Kurzsätzen bis vier – viel Zeit zum Verschnaufen blieb also nicht. Im Viertelfinale trafen wir auf das Theodor-Fliedner-Gymnasium aus Düsseldorf-Kaiserwerth. Nach zwei verlorenen Einzeln mussten wir beide Doppel gewinnen, um noch eine Chance zu haben. Das zweite Doppel konnten wir tatsächlich für uns entscheiden. Im ersten Doppel wurde es richtig spannend: Den ersten Satz gewannen wir im Tiebreak, den zweiten verloren wir aber ganz knapp. Am Ende hieß es 1:3 – und damit war der Traum vom Halbfinale vorbei.
Doch lange Trübsal blasen war nicht angesagt. Schon am Nachmittag stand das nächste Spiel gegen die Gelehrtenschule des Johanneums Hamburg an. Unsere beiden Jüngsten gingen in den Einzeln an den Start und sorgten mit einem Sieg und einer knappen Dreisatzniederlage für eine gute Ausgangslage. Die Doppel liefen anschließend richtig gut und wir gewannen 3:1.
Und dann gab es noch etwas zu feiern: Larissa hatte Geburtstag! Bei Schnitzel, Pommes und Bubble Tea ließen wir den langen und anstrengenden Tag gemeinsam ausklingen.
Freitag: Alles oder nichts um Platz 5
Am Freitag ging es um den fünften Platz. Unser Gegner war die Hermann-Hesse-Schule aus Obertshausen in Hessen. Nach zwei verlorenen Einzeln war die Rechnung ziemlich einfach: Wir mussten beide Doppel gewinnen – und durften dabei höchstens vier Spiele abgeben. Also hieß es noch einmal volle Konzentration. Und tatsächlich: Wir schafften das scheinbar Unmögliche! Beide Doppel gewannen wir 6:0 und 6:1. Die Freude war riesig – Platz 5 beim Bundesherbstfinale!
Bei der Siegerehrung auf dem Center-Court des TC 1899 Blau-Weiss konnten wir unseren Erfolg dann richtig feiern. Der Sieg im Finale über unseren Viertelfinalgegner aus Nordrhein-Westfalen ging übrigens an das favorisierte Team vom Otto-Hahn-Gymnasiums Ludwigsburg aus Baden-Württemberg.
Am Abend ging es schließlich zur großen Abschlussveranstaltung in die Max-Schmeling-Halle. Dort kamen alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der verschiedenen Sportarten zusammen. Neben einem bunten Showprogramm gab es die Siegerehrungen, die Entzündung des „olympischen Feuers“ und zum Abschluss die gemeinsame deutsche Nationalhymne. Das war definitiv ein Moment, den wir so schnell nicht vergessen werden.
Samstag: Abschied von Berlin
Leider war unsere Reise am Samstag schon wieder vorbei. Mit einer weiteren kleinen Zugverspätung ging es zurück nach Dresden. Wir waren ziemlich müde, aber gleichzeitig glücklich und voller neuer Eindrücke. Am Bahnhof warteten bereits unsere Eltern auf uns.
Unser Fazit: Der fünfte Platz ist ein tolles Ergebnis, auch wenn wir der knappen Niederlage gegen Düsseldorf natürlich noch ein bisschen hinterhertrauern. Vor allem aber nehmen wir viele schöne Erinnerungen, jede Menge Spaß und eine richtig gute Teamstimmung mit nach Hause.
Ein großes Dankeschön an alle, die dieses besondere Erlebnis möglich gemacht haben!
Und wer weiß – vielleicht heißt es für uns ja bald wieder: Berlin, wir kommen!
Alle Tennis-Ergebnisse des Bundesfinals „Jugend trainiert für Olympia“ finden sich hier oder auf tennis.de.
Weitere Informationen zum Wettbewerb sind hier abrufbar.
Susann Kirsch
Fotos: Claudio Gärtner, Susann Kirsch, Franziska Margreiter, Mariam Elsadek