Am 18. April kamen Vertreter der sächsischen Tennisvereine, STV-Präsidium, Referenten und weitere Ehrenamtler sowie Geschäftsstellen-Mitarbeiter in Leipzig-Abtnaundorf zur jährlichen STV-Mitgliederversammlung zusammen. Damit kehrte die 36. Auflage der Mitgliederversammlung erstmals seit 2019 an ihren traditionellen Ort in die Sportschule „Egidius Braun“ zurück. An einem sonnig-warmen Frühlingstag folgten Vertreter von 27 sächsischen Vereinen der Einladung des STV-Präsidiums.
Begrüßung und stilles Gedenken
STV-Präsident Dr. Ulf Tippelt begrüßte die anwesenden Vereinsvertreter und bat sie zudem, den im letzten Jahr verstorbenen sächsischen Tennisfreunden zu gedenken. In diesem Zusammenhang hob er noch einmal hervor, welch schmerzliche Lücke der im vergangenen Dezember verstorbene frühere langjährige Präsident und STV-Ehrenpräsident Rainer Dausend in der sächsischen Tennisfamilie und weit über die Verbandsgrenzen hinaus hinterlässt. Er würdigte abermals die bedeutendsten seiner unzähligen Verdienste um den sächsischen Tennissport.
Professor Wolfgang Lassmann spricht Grußwort
Passend zur Rückkehr der STV-Mitgliederversammlung in die Sportschule „Egidius Braun“ auf dem Gelände des Sächsischen Fußball-Verbands erinnerte STV-Gründungs- und Ehrenpräsident Prof. Dr. Wolfgang Lassmann in seinem Grußwort daran, welchen Beitrag der frühere DFB-Präsident Egidius Braun selbst daran hatte, dass auch der Sächsische Tennis Verband heute auf ebenjenem Areal in Leipzig-Abtnaundorf zu Hause ist. Aus sportlicher Sicht brachte Wolfgang Lassmann unter anderem seine Freude darüber zum Ausdruck, dass der Macherner Nikolai Barsukov, der in diesem Jahr im Rahmen der Wettspielsaison erstmals außerhalb Sachsens, beim Frankfurter TC Palmengarten, auf Punktejagd geht, erneut in den Nationalkader des Deutschen Tennis Bundes (NK-1) berufen wurde.
Sascha Ruppert ist Trainer des Jahres
Auszeichnungen und Ehrungen sind fester Bestandteil einer jeden STV-Mitgliederversammlung, so auch 2026. In diesem Jahr wurde Sascha Ruppert, Landestrainer U 11 und Koordinator Leistungssportentwicklung im Sächsischen Tennis Verband, als Trainer des Jahres ausgezeichnet. In seiner kurzen Laudatio hob Ulf Tippelt neben Sascha Rupperts Arbeit für den Verband auch die in seinem Verein und der Tennisregion Westsachsen hervor und berichtete von seinem guten Auge und tollem Gespür insbesondere für die jüngsten Talente im Verband.
Geehrt für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement wurden zudem Astrid Speer mit der STV-Ehrennadel in Silber und Karsten Tänzer, Referent für Regelkunde und Schiedsrichterwesen im STV, mit der Ehrennadel des Verbands in Bronze.
STV blickt auf erfolgreiches Jahr zurück und optimistisch in herausfordernde Zukunft
2025 war für den Sächsischen Tennis Verband und seine Vereine ein erfolgreiches Jahr. Daran ließ Ulf Tippelt im Rahmen des Geschäftsberichts des Präsidiums keinen Zweifel. Die sächsischen Tennisvereine konnten abermals mehr Mitglieder für sich gewinnen. Damit zählt unsere Sportart auch im Vergleich zu anderen sächsischen Sportverbänden weiterhin zu denen mit der positivsten Entwicklung. Sächsische Spitzenspielerinnen und -spieler feierten auch im vergangenen Jahr beachtliche Erfolge, die STV-Auswahlteams konnten sich erneut gut platzieren, der STV verfügt über eine lebendige und vielfältige Turnierlandschaft und auch die Verbandsveranstaltungen, wie beispielsweise Bezirkskonferenzen oder Mitgliederversammlung, wurden gut angenommen. Dies alles, so unterstrichen Dr. Ulf Tippelt und Geschäftsführer Prof. Dr. Alexander Hodeck weiter, dürfe aber nicht über die Herausforderungen hinwegtäuschen, denen sich das sächsische Tennis in den nächsten Jahren gegenübersieht.
Denn die wachsende Zahl an Vereinsmitgliedern geht nicht mit einer wachsenden Anzahl an Spielerinnen und Spielern einher, die zuverlässig und langfristig auch am Wettspielbetrieb teilnehmen möchten. Im Gegenteil, die Zahl derer, die sich zu ebenjenem verpflichten, ist sogar rückläufig. Wenn wir aber auch in Zukunft und überregional Erfolge feiern möchten, muss es uns gelingen, diesem Trend gerade im Kinder- und Jugendbereich entgegenzuwirken. Auch gelangen bestehende Tennisanlagen in unseren Städten und Ballungsräumen an ihre Kapazitätsgrenzen, während kleinere Vereine und Anlagen im ländlichen Raum kaum Zuwachs vorweisen können und mancherorts verwaisen. Vielerorts muss dringend investiert werden, so zum Beispiel auch im Landesausbildungszentrum in Leipzig-Abtnaundorf, aufgrund der allerorts angespannten Haushaltslage kann jedoch aktuell und in nächster Zukunft kaum mit hohen Fördermitteln gerechnet werden.
Vor diesem Hintergrund jedoch überaus positiv, dass Luana Cristina dos Santos Held, STV-Vizepräsidentin für Finanzen & Marketing, auch für den Berichtszeitraum einen soliden, ausgeglichenen Haushalt präsentieren konnte. Auch sie hob jedoch den zukünftigen Investitionsbedarf und zu erwartende Belastungen hervor.
Nach der dem Geschäftsbericht folgenden Aussprache entlasteten die anwesenden Vereinsvertreter das Präsidium einstimmig.
Marc-Oliver Janik zum Kassenprüfer gewählt
In diesem Jahr fanden turnusmäßig keine Präsidiums- oder Referentenwahlen statt. Gewählt wurde aber dennoch – und zwar der Kassenprüfer des Tennisbezirks Dresden. Marc-Oliver Janik, in der sächsischen Tennisfamilie aufgrund seines vielfältigen Engagements seit vielen Jahren bekannt, erhielt die ungeteilte Zustimmung der anwesenden Vereinsvertreter.
Beitragserhöhung beschlossen
Ein offener Diskurs ging dem Beschluss zur Erhöhung der STV-Mitgliedsbeiträge ab dem Jahr 2027 voraus. Dabei stellten die anwesenden Vereinsvertreter weniger die erste durch den STV initiierte Erhöhung der Beiträge nach mehr als eineinhalb Jahrzehnten infrage. Vielmehr gaben einige Vereine zu Protokoll, dass sie der überproportional deutlichen Erhöhung der Beiträge für „passive Mitglieder“, die zwar regelmäßig Tennis spielen, nicht jedoch am Wettkampfbetrieb teilnehmen, im Grundsatz nicht zustimmen können. Nach einer offenen Diskussion stimmten die Delegierten schließlich für die vom STV-Präsidium eingebrachte Erhöhung, welche für ebendiejenigen Mitglieder, die nicht am Wettspielbetrieb teilnehmen, jedoch in zwei Schritten erfolgen wird.
Darüber hinaus beschlossen die Vertreter der Mitgliedsvereine den Haushaltsplan für das laufende Jahr, ebenso wie die jährliche Ehrenamtspauschale und die erneute Bildung einer Reparaturrücklage für das Landesausbildungszentrum des Sächsischen Tennis Verbandes. Auch den vom Präsidium eingebrachten Änderungen der STV-Wettspielordnung stimmten sie zu.
Aktuelle Entwicklungen aus den Ressorts
In den Berichten aus ihren Ressorts Öffentlichkeitsarbeit, Ranglisten und Leistungsklassen sowie Vereinsentwicklung thematisierten die jeweils verantwortlichen Referenten Dr. Antonia Preißler-Szelig und Ronny Böhme sowie STV-Vizepräsident Michael Haupt sowohl die im vergangenen Jahr abgeschlossenen Projekte und Entwicklungen als auch aktuell anstehende Aufgaben und geplante Neuerungen bzw. Veranstaltungen. Einzelheiten dazu, ebenso wie zu allen weiteren Tätigkeitsfeldern des STV, finden sich in den Ressortberichten auf STV-Website.
Schlusswort und gemeinsames Mittagessen
In seinem Schlusswort äußerte Dr. Ulf Tippelt den Wunsch, dass Vereine und STV-Gremien auch in Zukunft in einen offenen und konstruktiven Austausch miteinander treten. Er dankte den Anwesenden nochmals für die geleistete Arbeit und verabschiedete sie nach rund dreistündiger Versammlung nicht ohne die herzliche Einladung des Sächsischen Tennis Verbandes zum gemeinsamen Mittagessen.
Antonia Preißler-Szelig
Fotos: Antonia Preißler-Szelig